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Coriolus

Schmetterlingstramete – Coriolus versicolor

Vitalpilz Coriolus – Traditionelle Chinesische Medizin

Bekannt ist die Vitalpilz Schmetterlingstramete vor allem in Asien und Südamerika, wo sie in natürlicher Form auf totem Holz wächst oder mittlerweile auch gezüchtet wird. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der Vitalpilz und Heilpilz schon lange eingesetzt, um verschiedenste Erkrankungen wie Infekte und Candidosen zu behandeln und wurde deshalb auch bereits in mehreren Studien auf nachweisbare medizinische Wirkung untersucht. In Europa galt die Vitalpilz Schmetterlingstramete lange Zeit als uninteressant, da sie sich als Speisepilz nicht eignet und wenn überhaupt nur als Dekorationsobjekt unterschätzt wurde. Doch jetzt setzt sich dieser Heilpilz auch bei uns immer mehr durch und wird wegen seiner Inhaltsstoffe sehr geschätzt.

Was macht Coriolus – Schmetterlingstramete als Medizinalpilz so besonders?

Die Heilpilz Coriolus ist ein ausgezeichneter Lieferant von proteingebundenen Polysacchariden, die erst während der Verdauung aufgespalten werden und als biological response modifier gelten. Das bedeutet, dass damit zum Beispiel Immunreaktionen bei Heilungsprozessen positiv beeinflusst werden können. Die immunstärkende Wirkung ist sowohl für gesunde als auch für kranke Menschen von Interesse.

Vor allem bei der begleitenden Krebstherapie, aber auch bei Erkrankungen von Brust, Darm und Magen werden den Polysacchariden aus der Schmetterlingstramete positive Wirkungen zugeschrieben. Die im Pilz enthaltenen Wirkstoffe scheinen aber auch dafür zu sorgen, dass das Immunsystem angeregt wird. Neuste Studien von Anfang diesen Jahres(2012) zeigen, dass bei Brustkrebspatieneten ein signifikanter Anstieg der Immunzellen(Lymphozyten und Leukozyten) erfolgte.

Eine kurze Auflistung der Inhaltstoffe:

Brennwert/Kalorien:   369
Eiweiß/Protein, g/100g:   10,97
Fett, g/100g:Davon gesättigte Fettsäuren, g/100g :Davon ungesättigte Fettsäuren,g/100g :   1,510,060,32
Kohlenhydrate, g/100g:   77,96
Zucker, g/100g:   1,90
Ballaststoffe, g/100g:   71,30
Vitamin B1 (Thiamin), mg/100g:     0,07
Vitamin B2 (Riboflavin), mg/100g:     1,06
Vitamin B3 (Niacin), mg/100g:     9,30
Vitamin B5 (Panthothensäure) , mg/100g:     1,70
Vitamin D, ug/100g:     62
Kupfer,  mg/100g:     0,65
Eisen,  mg/100g:     8,7
Selen, mg/100g     0,007
Kalzium, mg/100g:     34
Kalium, mg/100g:     570

Studien aus der Leukämie-Therapie weisen darüber hinaus darauf hin, dass mit dem Heilpilz Coriolus die Verschlechterung des Gesundheitszustands während einer Krebsbehandlung signifikant verlangsamt werden kann. Bereits 1977 wurde einer der Inhaltsstoffe der Schmetterlingstramete, das Krestin, als erstes Krebsmedikament aus Pilzen zugelassen. Die ersten Studien über diesen Pilz sagen ihm auch eine antioxidative Wirkung bei belasteten Leberzellen nach. Er könnte somit die Nebenwirkungen anderer Medikamente mildern und so als echter Vitalpilz für mehr Lebensfreude sorgen.

Fruchtkörpr Coriolus Vitalpilz

Fruchtkörpr Coriolus Vitalpilz

Darüber hinaus ist der Heilpilz Coriolus reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, zum Beispiel Provitamin D. Der Vitalpilz Coriolus wird wegen seiner natürlichen Polysaccharide als natürliches Mittel bei Wunden und Entzündungen aller Art genutzt. Der Medizinalpilz wird besonders bevorzugt bei Entzündungen des Darms, der Leber, Prostata, Eierstöcken und der Haut eingesetzt.

Geschichte
Erstmals erwähnt wird der Pilz in einer der ersten Aufzeichnungen über medizinische Kräuter überhaupt, dem „Shennong Ben Cao Jing“ das aller Wahrscheinlichkeit in der Han Dynastie (vermutlich 200 v. Chr.) verfasst wurde, möglicherweise aber Daten enthält, die durchaus zwei Jahrtausende älter sind. Weitere Erwähnung findet die Schmetterlingstramete (Yunzhi) in der Ming Dynastie, in der monumentalen Arzneimittellehre (Ben Cao Gang Mu – das Buch der heilenden Kräuter) des berühmten chinesischen Arztes und Naturforschers Li Shi Zhen (1518 – 1593). Er schrieb der regelmäßigen Einnahme der Schmetterlingstramete große gesundheitsfördernde Wirkungen und die Förderung eines langen Lebens zu.
Die Wiederentdeckung des Pilzes durch die moderne Medizin reicht erst 40 – 50 Jahre zurück. Mitte der 70er Jahre erfuhr ein Chemieingenieur der japanischen Firma Kureha Chemical Insdustry, dass sich sein Nachbar gegen die konventionelle Behandlung seines Magenkrebsleidens entschied und stattdessen mehrere Monate einen Tee aus dem Schmetterlingsporling brühte. Zu seinem Erstaunen genas der Mann vollständig. Der Ingenieur war derart fasziniert davon, dass er beschloss seinen Arbeitgeber davon zu überzeugen dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Schließlich gelang die Isolierung zweier Polysaccharide (Proteoglycane) aus dem Mycelium und die Identifizierung eines wirkstoffreichen Pilzstammes. Der Wirkstoff wurde 1969 als Polysaccharid K oder kurz PSK bzw. Krestin eingeführt. Nach einer ganzen Reihe von Laboruntersuchungen an Tieren und anschließenden klinischen Studien, wurde die Antitumorwirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen und Krestin 1977 vom japanischen Gesundheitsministerium zur begleitenden Behandlung bei Krebserkrankungen zugelassen. Einige Jahre später gelang es dem Chinesen Yang eine noch stärker wirksame Verbindung aus einem anderen Pilzstamm zu gewinnen. Diese wurde unter dem Namen PSCP oder PSP (Polysaccharid Protein Complex) 1992/93 von der chinesischen Regierung offiziell als Medikament zugelassen. In anderen Teilen der Welt sind die beiden Medikamente noch immer nicht offiziell zugelassen oder ihr Einsatz wurde sogar untersagt. Dies liegt nicht an der fehlenden Wirksamkeit, sondern daran, dass sich die zugrundeliegenden Wirkungen nicht pharmakologisch exakt einem einzelnen Wirkstoff zuordnen lassen, da es sich um einen Heißwasserextrakt aus dem Pilzmycel handelt. Und die Moral von der Geschichte: Bürokratie siegt über den gesunden Menschenverstand.
1989 publizierten die beiden Wissenschaftler Jong und Donvick vom amerikanischen National Cancer Institute eine ausführliche Übersicht über Pilzinhaltsstoffe mit antiviraler und Antitumorwirkung. Darin beschrieben sie die nachweisliche Wirksamkeit von PSK und PSP bei der Behandlung zweier aggressiver Tumorerkrankung (Ehrlichkarzinoms und Sarkom 180) der Maus. Was außerdem auffiel, war das Fehlen der üblicherweise beobachteten schweren Nebenwirkungen der konventionellen Chemotherapeutika. Bis heute erhärten wissenschaftliche Studien die bereits gemachten Befunde und förderten außerdem die immunstimulierende und antibakterielle Wirkung der beiden Verbindungen zutage. Momentan werden sie als Begleitmedikament einer konventionellen Krebstherapie in Japan, China und Australien eingesetzt.

 

Coriolus  versicolor

Schmetterlingstramete

Stamets, Paul:Mycelium Running: How Mushrooms Can Help Save the World; Speed Press Berkely 2005, S: 202-203