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Pleurotus

Austernseitling – Pleurotus ostreatus

Vitalpilz und Heilpilz AusternseitlingAusternseilting

Seitlinge sind auch hierzulande als Speisepilze sehr beliebt, zum Beispiel der Austern- oder Kräuterseitling. Erstmals 1951 gelang ein Verfahren, bei dem aus Seitlingen, die antibiotisch wirksame Substanz Pleuromulin extrahiert werden konnte, die seitdem medizinisch verwendet wird. In der Traditionellen Chinesischen Medizin findet dieser Heilpilz unter anderem bei der Behandlung von Hexenschuss und hohen Cholesterinwerten eingesetzt.

Besonderheiten des Medizinalpilz Pleurotus

Der Vitalpilz Pleurotus enthält verschiedene Vitamine des Vitamin B-Komplexes, zum Beispiel B1, B2, B5, B6 und B7. Diese sind vor allem zur Energiegewinnung und Energieumwandlung im menschlichen Organismus notwendig und werden in der Regel über den Verzehr von Fleischprodukten aufgenommen. Wo sich das aus medizinischen, religiösen oder moralischen Gründen verbietet, sind Vitalpilze eine gute Alternative, um eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung zu erleichtern.

Darüber hinaus besteht etwa ein Viertel der Pilzsubstanz des Heilpilz Pleurotus aus Proteinen. Der Pleurotus Medizinalpilz enthält außerdem eine Vielzahl von lebenswichtigen Aminosäuren und Folsäure, die eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Blutbildung und dem Wachstum des Knochenmarks steht. Das ebenfalls nachweisbar enthaltene Vitamin D fördert das Wachstum von Knochen und Knorpeln und kann zur Vorbeugung von Osteoporose beitragen.

Ein zweifellos weiterer sehr wichtiger Inhaltsstoff vom Vitalpilz und Heilpilz Pleurotus ist das Polysaccharid Pleuran, das eine antioxidative Wirkung hat und sich damit positiv auf die Eindämmung von freien Radikalen und Metastasen bei Krebserkrankungen auswirken kann.

Was macht den Austernseitling als Vitalpilz und Heilpilz so besonders?

Was ihn unter anderen Vitalpilzen hervorhebt, ist wahrscheinlich seine probiotische Wirkung. Durch ihn kann der Bakterienhaushalt auf der Darmschleimhaut reguliert und positiv angeregt werden. Nach einer Behandlung mit Antibiotika kann er so schnell dazu beitragen, eine geregelte Verdauung wiederherzustellen.

Der Pleurotus ist nicht nur ein schmackhafter und vielseitiger Speisepilz. Ihm werden auch zahlreiche positive Eigenschaften als Vitalpilz nachgesagt, zum Beispiel auf das Knochenwachstum, den Stoffwechsel und die Blutbildung.

Medizinische Verwendung

Der wässrige Pilzextrakt des Austernpilzes (Pleurotus ostreatus) und vieler anderer Austernpilzarten zeigt eine starke Hemmwirkung gegenüber verschiedenen Tumorzelllinien (z.B. Sarkom-180 ein Tumor des Bindegewebes; HL-60 Leukämiezellen, HT-29 Dickdarmkrebs, und Brustkrebszellen). Die Anwendung von speziellen Inhaltsstoffen (insbesondere Beta-D-Glucane, z.B. „Pleuran“) aus dem Austernpilz ist derzeit Gegenstand zahlreicher Untersuchungen mit Krebszelllinien. Im Reagenzglas hemmen Extrakte aus verschiedenen Austernpilzen deutlich das Wachstum entarteter Zellen. Sie stimulieren die Aktivität natürlicher Killerzellen. Darüber hinaus bewirken die Pilzwirkstoffe ein Wiederanschalten eines Vorganges, der als Apoptose bezeichnet wird. Die Apoptose ist ein überaus wichtiges zellinternes Programm, das im Falle einer Schädigung oder Entartung, zum Selbstmord der Zelle führt. Von besonderer Bedeutung hierbei ist die Tatsache, dass die Inhaltsstoffe gegen Krebszellen wirken, dabei aber keine nennenswerten Schädigungen des restlichen Organismus auftreten Man kann erwarten, dass in den nächsten Jahren das eine oder andere aus Austernpilzen gewonnene Präparat Eingang in die konventionelle Therapie von Krebserkrankungen finden wird.

Die Traditionelle Chinesische Medizin verwendet den Austernseitling zur Stärkung des Venensystems und bei Muskel- und Sehnenbeschwerden. Außerdem bei Kreuzschmerzen, Hexenschuss, Gliederstarre und zur Blutbildung.

Der Pilz wirkt ferner entzündungshemmend, schützt vor Thrombosen und ist immunmodulierend. Die immunmodulierende Wirkung ist für die Gesundheit von besonderer Bedeutung, weil der Pilz das Immunsystem zwar stärkt, dabei aber keine überschießende Immunantwort provoziert. Überschießende Immunreaktionen spielen unter anderem bei Allergien eine Rolle und verursachen Symptome wie Mattigkeit, Gliederschmerzen und allgemeines Unwohlsein.

Offenbar ist der Pilz auch wirksam gegen Staphylokokken (Ying 1987). Diese Bakterienart ist mittlerweile resistent gegen viele Antibiotika, man spricht dann von multiresistenem Staphylococcus aureus, kurz MRSA. Der Bakterienstamm ist mittlerweile zu trauriger Bekanntheit gelangt.

Dieser vielseitige Pilz zeigt eine bemerkenswerte Wirkung bei der Behandlung eines erhöhten Cholesterinspiegels. Hierzu empfiehlt sich die tägliche Einnahme von etwa 5 – 10 g des getrockneten Pilzes oder Pilzextraktes in Kapselform. Der empfohlene Wirkstoffgehalt steckt auch in 50 – 100g Frischpilz. Der Arzneistoff Levostatin wird aus Pleurotusarten gewonnen und ist ein gut wirksames cholesterinsenkendes Medikament (Endo, 1988).

Der Pleurotus ist außerdem reich an Ballaststoffen, die einen positiven Effekt auf die natürliche Bakterienflora des Darms ausüben. Wenn wir uns bewusst machen, dass der Darm unsere größte Austauschfläche mit der Umwelt ist, wird sofort klar wie wichtig ein gesunder Darm für den gesamten Organismus ist. Nach einer überstandenen Behandlung mit Antibiotika kann der Pilz dazu beitragen, unsere natürlichen Darmbakterien zu stärken und rasch wieder eine geregelte Verdauung herzustellen.

Alkoholische und wässrige Extrakte des Austernpilzes (P. ostreatus und P. citrinopileatus) zeigen eine ausgeprägte antioxidative Wirkung, das heißt sie schützen den Organismus vor freien Radikalen. Man nimmt heute an, dass die Körperzellen durch oxidativen Stress im Laufe des Lebens zunehmend geschädigt werden. Diese Schäden stehen in engem Zusammenhang mit Leiden wie Krebs; Morbus Alzheimer, Arteriosklerose und vielen chronischen Erkrankungen. Nicht zuletzt der gesamte Alterungsprozess mit seinen vielfältigen Verfallserscheinungen steht auf der Ebene des Gewebes in engem Zusammenhang mit Schäden, die durch Radikale verursacht werden.

Interessanterweise enthält der Pilz auch Enzyme (z.B. Alkoholdehydrogenase) die Zucker in Alkohol umwandeln können. Unter Versuchsbedingungen wurde das Pilzmycel als Ersatz für die normalerweise verwendete Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) zur Herstellung von Wein herangezogen. Der Alkoholgehalt des so erhaltenen Getränkes liegt bei etwa 12 % Vol. Von besonderer Bedeutung dabei ist die Tatsache, dass der so erhaltene Wein gerinnungshemmend wirkt und darüber hinaus die Fähigkeit besitzt, bereits bestehende Gerinnsel aufzulösen. Auf diese Weise könnte man zukünftig ein funktionelles Getränk zur Vorbeugung und begleitenden Anwendung bei Herz- und Kreislauferkrankungen bereit stellen.

Aus Pleurotus griseus konnte eine antibiotisch wirksame Substanz, das sogenannte Pleurotin, gewonnen werden. Der Kräuterseitling (Pleurotus eryngii) wirkt schützend auf Leber und Nieren und hilft bei Beschwerden in den Verdauungsorganen. Untersuchungen legen einen positiven Einfluss des Pilzes auf den Stoffwechsel der Knochen nahe. (vgl. Kim, et. al. 2006).

Die Art Pleurotus sajor, caju, ein in Asien häufig verzehrter Seitling zeigt deutlich blutdrucksenkende Wirkung. Nach ersten Forschungsergebnissen ist eine aktive Komponente enthalten, die die hormonabhängige Blutdruckregulation beeinflusst. Der wässrige Pilzextrakt bewirkt nicht nur auf Grund der Blutdruckreduzierung eine deutliche Verbesserung des Allgemeinzustandes bei Vorliegen einer chronischen Nierenfunktionsstörung. Darüber hinaus hemmt er deutlich die Aktivität eines Enzyms (Reverse Transkriptase) das bei der Vermehrung des HI-Virus eine wesentliche Rolle spielt. Dieselbe Hemmwirkung konnte auch mit dem Lungenseitling (Pleurotus pulmonarius) erzielt werden. (Vgl. auch Wang 2007).

Weitere Bezeichnungen für den Pleurotus: Austernpilz, Austernsaitling, Kalbfleischpilz, Oyster Mushroom, Hiratake, Pin Gu

Mehr Wissenswertes zum Vitalpilz Pleurotus ostreatus (Austernseitling)

Die Familie der Austernsaitlinge umfasst ca. 50 unterschiedliche Arten und sie sind fast überall auf der Erde zu finden. Erkennen kann man die Pilze an ihrer muschelförmigen und treppenartig angeordneten Wuchsform. Sie gehören zu den Weißfäulepilzen, das bedeutet dass sie in den Wäldern für den Abbau und das Recycling von abgestorbenen Bäumen zuständig sind. Neben ihrer „Holzkost“ sind Austernpilze auch der einen oder anderen Fleischmahlzeit nicht abgeneigt. Sie ernähren sich gerne von Fadenwürmern, den Nematoden, die sie mit einem Toxin vergiften. Dann sprossen Pilzhyphen in den winzigen Wurm und verdauen ihn durch freigesetzte Enzyme.
Bei den Austernpilzen handelt sich ausnahmslos um exzellente Speisepilze mit einem enorm hohen Anteil an Proteinen, es sind alle 8 essentiellen Aminosäuren enthalten.
Mineralstoffe, Spurenelemente sowie beachtliche Mengen an Vit. C, Vit. D und der komplette Vit. B-Komplex, inklusive Pantothensäure, Niacin und Folsäure sind ebenso reichlich vorhanden. Somit hat der Saitling einen positiven Einfluss auf den Homocysteinspiegel, für dessen Regulierung Betain, Vit. B6, Vit. B12 und Folsäure gebraucht werden.

Welche medizinisch relevanten Inhaltsstoffe bietet der Heilpilz Pleurotus?

Eines der imposantesten Wirkstoffe ist das Beta- 1,3/1,6- D- Glucan Pleuran. Es dient der Immunmodulation und stärkt die Abwehrkräfte gegen Infektionen und entartete Zellen, auch als Antioxidans und vor allem als Antiphlogistikum leistet Pleuran ganze Arbeit.
Das Prodrug Lovastatin hemmt die Cholesterinsynthese bereits in der Leber und durch das natürlich enthaltene Antibiotikum Pleuromutillin ist der Austernpilz eine enorme Hilfe bei der Elimination von Salmonellen, Pseudomonas, Staphylococcus aureus und anderen Bakterien.
Auf der anderen Seite haben Forscher des Institutes für Ernährungswissenschaften in Prag herausgefunden, dass der Pleurotus eine probiotische Wirkung zeigt und sich somit die physiologische Darmflora besser regenerieren kann.

Gesundheitliche Nutzung als Medizinalpilz

  • Begleitende Tumortherapie
  • Allergien
  • Asthma
  • Entzündliche Erkrankungen
  • bakterielle Infekte
  • Radikalfänger
  • Cholesterin- und Triglyceridsenker
  • Gewichtsregulation
  • Symbioselenkung
  • Prävention

Pleurotus Ostreatus Gesundheitspilz – TCM Einsatz in der Traditionellen Chinesischen Medizin:

Temperatur: neutral
Geschmack: süß
Funktionskreis: Magen, Leber, Milz

TCM Wirkweise:

  • Löst und transformiert Feuchtigkeit, Nässe und Schleim
  • Tonisiert Milz- und Magen-Qi
  • Unterdrückt inneren Wind
  • Eliminiert Wind-, Kälte- und Hitze-Nässe und leitet Toxine aus

TCM Indikatoren:

  • Übergewicht
  • körperliche und mentale Schwäche
  • Schwindel
  • Infektanfälligkeit
  • Allergien
  • Asthma
  • Tumor-Prävention
  • Rheuma
  • Muskelschmerzen
  • Krämpfe
  • Steifigkeit und/oder Sensibilitätsstörungen der Extremitäten
  • Gelenkschmerzen
  • Sehnenversteifung
  • Lumbago
  • Entgiftung
  • erhöhter Cholesterin- und Triglyceridwert
  • Entschlackung